Beginn eines neuen gemeinsamen Lebens im „Blauen Bock“

Ehepaar aus den Niederlanden übernimmt historische Gaststätte in Alte Piccardie – Wiedereröffnung am 28. März 2009

Von Daniel Klause – Alte Piccardie. Leentje und Johannes Hoes haben sich einen Lebenstraum erfüllt. Nach 30 Berufsjahren haben sie in ihrer niederländischen Heimat alles aufgegeben, Haus, Boot und Motorrad verkauft, um gemeinsam etwas neues anzufangen. Der Neuanfang ist die Gaststätte „Blauer Bock“ an der Kreisstraße 5 in Alte Piccardie. Das Gebäude mit historischen Wurzeln stand seit fünf Jahren leer, nachdem der letzte Betreiber aus familiären Gründen aufgeben mussten.

„Wir wollten etwas zusammen machen, das wir beide mögen“, sagt Johannes Hoes, „etwas, bei dem wir viel mit Menschen zu tun haben.“ Der 53-Jährige arbeitet zuletzt als Produktionsleiter in einer Waffelfabrik, seine drei Jahre jüngere Frau als Lehrerin an einer Mittelschule. „Wir haben in den vergangenen 30 Jahren viel gearbeitet und uns kaum gesehen“, berichtet Leentje Hoes.

Weniger Arbeit haben sie in ihrer neuen Heimat nicht – im Gegenteil. „Seitdem wir Anfang des Jahres eingezogen sind, arbeiten wir bis zu 14 Stunden am Tag“, berichtet Johannes Hoes. Aber dafür sähen sie sich nun ständig und machten alles gemeinsam.

Auf den „Blauen Bock“ seien sie zufällig im Internet gestoßen. „Die Gaststätte ist genau das, was wir suchen: ein schönes Haus mit einem Campingplatz in einer schönen Umgebung.“ Auch sein Vater, der regelmäßig in Bad Bentheim Urlaub mache, habe ihm zum Kauf geraten, berichtet Johannes Hoes.

Am 28. März wollen die beiden Niederländer den „Blauen Bock“ wiedereröffnen. Bis dahin haben sie den Holzboden im Schankraum abgeschliffen und fünf Mal geölt, einen neuen alten Schankschrank aufgestellt, neue Holzvertäfelungen im Speiseraum an den Wänden angebracht, die beiden historischen Kamine mit dem Bild des Siedlungsgründers Johann Picardt und seinem Wappen restauriert, die beiden Kegelbahnen wieder instand gesetzt und die beiden Gastzimmer im Obergeschoss möbliert.

Den Campingplatz, der in den vergangenen fünf Jahren verwildert ist, will die Gemeinde Osterwald einebnen und neu einsähen, berichtet Bürgermeister Johann Diekjakobs. 15 Stellplätze mit Stromanschluss stehen Campern hier ab dem Sommer zur Verfügung. Außerdem wollen die neuen Wirtsleute einige kleinere Ferienhäuser aufstellen. Leentje Hoes ist voll des Lobs für die deutschen Behörden: „Wir sind von der Gemeinde und Samtgemeinde von Anfang an sehr gut unterstützt worden. Das haben wir in den Niederlanden noch nicht erlebt.“

Abgesehen von den Gästen werden Johannes und Leentje Hoes nicht lange allein bleiben. Von ihren drei Kindern wollen der 20-jährige Sohn nach seiner Ausbildung zum Hotelfachmann und die 16-jährige Sohn nach dem Schulabschluss demnächst nach Alte Piccardie ziehen.


Source: New feed